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Ortsteile der Gemeinde Oßling, Landschaft & Tourismus
[ Oßling | Döbra | Liebegast | Lieske | Milstrich | Scheckthal | Skaska | Trado | Weißig ] ![]() Die aus 9 Ortsteilen (Dörfern) bestehende, etwa 45 km² große Gemeinde Oßling ist landschaftlich reizvoll zwischen dem Westlausitzer Bergland, der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und dem Dubringer Moor (dem größten Heidemoor im Lausitzer Tiefland und einer der größten Moorlandschaften Sachsens) gelegen. Die Gemeinde entstand auf der Grundlage der sächsischen Gebietsreform von 1994. Ihr Verwaltungszentrum ist das zentral gelegene Oßling, der größte Ort der Gemeinde. Die kleinen Dörfer der Gemeinde umfassen neben neugebauten Ein- und Mehrfamilienhäusern zahlreiche bäuerliche Gehöfte (v.a. Dreiseithöfe), Gebäude- und Anlagereste der ehemaligen Rittergüter und ein ansehnliches Schloss mit Parkanlage (Ortsteil Weißig). Landschaftlich zeigt sich das vom Fluss Schwarze Elster durchflossene Gemeindegebiet als sanftes Hügelland mit viel Wald, mit Acker- und Weideflächen und zwei bedeutenden, landschaftlich reizvollen, seit etwa 400 Jahren für die Fischzucht genutzten Teichgebieten (die Teichwirtschaften Döbra und Weißig). Mit seinem umfangreichen Wegenetz lädt dieses ruhige, landschaftlich abwechslungsreiche Erholungsgebiet zu ausgedehnten Fuß- und Reitwanderungen sowie Fahrradtouren ein. Auch ein bedeutender Fern-Radwanderweg, der "Froschradweg", führt durch das Gemeindegebiet. Von den Höhen ergibt sich ein weiter Ausblick bis hin zum Westlausitzer und Oberlausitzer Bergland. Impressionen/Fotogalerien: Oßling | Weißig | Milstrich | Lieske | Döbra | Döbraer Teichgebiet | Döbraer Waldgebiete und Waldteiche | Weißiger Teichgebiet Neu: Aus der Geschichte des Braunkohlenbergbaus in Skaska [Beitrag von Hans Noack] (PDF-Datei) Neu: Aus der Geschichte der Waldkapelle "Maria zum Guten Rat" [Beitrag von Kerstin Mietsch] (PDF-Datei) ![]() Der Ort Oßling (Gemarkungsfläche ca. 600 ha) ist ein attraktiver, reizvoll am Oßlinger Berg und inmitten einer landschaftlich schönen Umgebung gelegener Wohnstandort mit zahlreichen Dienstleistungs- und Versorgungseinrichtungen. Der Name des Ortes ist von sorbisch Wóslink oder Wósling ("Steinberg") abgeleitet und bezieht sich auf das schon seit früher Zeit bekannte Grauwackevorkommen am Oßlinger Berg. Gegen Ende des 17. Jh. ging aus dem früheren Oszelyng der heutige Name des Ortes hervor.Die das Ortsbild prägende evangelische Oßlinger Pfarrkirche (ca. 600 Sitzplätze im Kirchenschiff und auf den dreistöckigen Emporen, Altarbild mit segnendem Christus) entstand zwischen 1803 und 1805 anstelle eines mehrfach umgebauten und nicht mehr zureichenden Vorgängerbaus. In den 1980er und 1990er Jahren wurde sie ebenso wie das nahebei stehende Pfarrhaus umfassend saniert. Durch den Wiener Kongress von 1815 fielen Oßling und Lieske wie andere Teile der Lausitz an Preußen, kamen aber - im Gegensatz zu den weiter nördlich gelegenen Gebieten, schon im Jahr 1818 wieder zum Königreich Sachsen zurück (was die Einwohner laut Kirchenchronik mit monatelangen Dankgottesdiensten gefeiert haben sollen). Sächsisch-preußische Grenzsteine aus jener Zeit sind noch heute zu finden. Ab 1896 bildeten die beiden Orte Oßling und Lieske eine Gemeinde. Das Rittergut Lieske war Ort der niederen Gerichtsbarkeit. Einrichtungen und Kultur: Pfarrkirche und Pfarrhaus (umfassend saniert), aktive Kirchenjugend- und Kirchenmusikarbeit, Kantorat, Friedhof, eine kleine katholische Kapelle (etwas abgelegen nordöstlich des Ortes stehend), Grundschule, Evangelische Mittelschule (privat geführt), Kindertagesstätte, Heim für geistig Behinderte (seit 1999), Jugenzentrum, Sportplatz, Gasthaus mit Eisdiele, Kaufhalle mit Post-Filiale, Bäcker, Frisör Auf dem Kirchhof ist ein Denkmal der Mitteleuropäischen Gradvermessung zu sehen, die Nagelsche Säule. Im Jahr 1864 war sie als Station 1. Ordnung auf dem Oßlinger Berg aufgestellt worden, beschriftet mit "Station Ossling der Mitteleurop. Gradmessung, K. Sachsen, 1864". Eine Tafel zeigt die Aufschrift: "Original Vermarkung (Nagelsche Säule) eines Punktes der Europäischen (anfänglich "Mitteleuropäischen") Gradmessung im Königreich Sachsen" (die Königlich-Sächsische Triangulation auf dem Staatsgebiet des Königreiches Sachsen fand 1862 bis 1890 als wissenschaftliche Vermessung zur Ermittlung von Form und Größe der Erde statt - ein Lebenswerk des sächsischen Geodäsie-Professors August Nagel, 1821-1903). Ab 1994 erhielt die sanierte Säule, die einer Steinbrucherweiterung weichen musste, ihren neuen Standort auf dem Oßlinger Kirchhof.Katholische Kapelle Oßling: Aus der Oßlinger Kirchenchronik ist bekannt, dass im Ortsgebiet schon im 13. Jh. eine kleine Wallfahrts-Kirche (oder -Kapelle) bestand und im Jahr 1410 eine neue katholische Kirche gebaut wurde. Diese stand bis 1805 im Bereich des heutigen Kirchhofes der evangelischen Pfarrkirche. Zwischen 1955 und 1957 schufen Mitglieder der Kamenzer und Wittichenauer Pfarrjugend mit Unterstützung älterer Gemeindeeinwohner in freiwilligen Arbeitseinsätzen aus einem nur noch als Ruine bestehenden Lokschuppen die Oßlinger Katholische Kapelle. Der Steinbruchbesitzer Metzaer aus Dubring hatte den Schuppen im Jahr 1955 der Katholischen Pfarrgemeinde Kamenz für den Bau der Kapelle geschenkt. Das Grundstück wurde von Besitzer Alfred Petrasch aus Oßling im Jahr 1957 für 99 Jahre an das Katholische Pfarramt Kamenz verpachtet. Auf der beim Bau der Kapelle in den Altarsockel eingelassenen Urkunde ist zu lesen: "Seit dem XIII. Jahrhundert stand in Oßling eine Maria-Wallfahrts-Kirche. Zur Zeit der Reformation gingen Kirche und Gemeinde dem katholischen Glauben verloren. Im Marienmonat Mai im Jahre des Herrn 1956, elf Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, begannen Männer und Jungmänner der katholischen Gemeinde Kamenz - und viele evangelische Glaubensbrüder - aus der Ruine eines Maschinenhauses diese Marienkapelle zu bauen. Alle Arbeiten wurden zur größeren Ehre Gottes freiwillig und ohne Entlohnung ausgeführt. Möge von diesem bescheidenen Gotteshaus der Segen des Herren ausströmen über alle Menschen dieser Gegend, auf dass er und Maria, seine heilige Mutter, wieder wie einst hier verehrt werden. Oßling, am Feste Mariä Geburt 1957". Fotogalerie Oßling Aus der Geschichte der Waldkapelle "Maria zum Guten Rat" [Beitrag von Kerstin Mietsch] (PDF-Datei) ![]() Im Jahr 1374 erscheint ein Dobry genannter Ort (wahrscheinlich von slawisch dobry = gut oder debr = Tal abgeleitet) in den Urkunden. Das in einer Talsenke am Fluss Schwarze Elster gelegene typische Straßendorf (mit Gutsblock) Döbra wurde dann im Jahr 1438 urkundlich erwähnt. Die im Jahr 1992 südlich des Ortes gefundenen Siedlungs- und Grabreste (v.a. Keramik) lassen auf eine jungbronzezeitliche Besiedlung (ca. 1000 bis 800 v.Chr.) des Gebietes schließen. Die höchste Erhebung ist der im Süden des Ortes gelegene Ziegelberg (168 m ü.NN).Das Rittergut Döbra war das Zentrum des dörflichen Lebens. Durch Vererbung und Verkauf wechselte es sehr häufig den Besitzer. Nach dem Zweiten Weltkrieg fielen das Herrenhaus und die Parkanlage leider dem Neugestaltungswillen zum Opfer. Nur einige Nebengebäude und eine kleine Kastanienallee nebst alter Torsäule des Gutes blieben erhalten. Die Glocke des ehemaligen Gutsverwalterhauses gelangte nach Scheckthal, wo sie an der katholischen Kapelle angebracht ist. Der bis 1969 selbstständige Ort Döbra bildete dann bis 1993 gemeinsam mit Skaska und Trado eine Gemeinde (Sitz der Gemeindeverwaltung in Döbra), bis er im Jahr 1994 Ortsteil der Gemeinde Oßling wurde. ![]() Kultur: Dorfclub, Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr, gut eingerichtete Begegnungsstätte am Sportplatz für Veranstaltungen und Feste der Vereine und Bürger, "Hexenfeuer" und Maibaumstellen am letzten Apriltag, jährliches Dorffest im Sommer Fotogalerie zur Einweihung des Spielplatzes Döbra ![]() Zwischen den Orten Döbra, Skaska und Trado befindet sich das Döbraer Teichgebiet, eine ab dem 15. Jahrhundert künstlich angelegte, für die Fischerei und Naherholung genutzte idyllische Teichlandschaft, die alljährlich viele Erholungssuchende und Naturfreunde anzieht. Fotogalerie Döbraer Teichgebiet Fotogalerie Döbraer Waldgebiete und Waldteiche Fotogalerie Döbra ![]() Der Name des im Jahr 1408 erstmals urkundlich erwähnten Ortes Liebegast, ein ehem. Bauerndorf, heute ein ruhiger, idyllischer Wohnort, könnte von Lubogost, dem Namen eines Locators (Ortsgründers), abgeleitet sein. Als früher sorbischer Name des Dorfes erscheint Lubhozdz in den Urkunden. Die Einwohner waren den Liebegaster Gutsherren zu Abgaben und Frondiensten verpflichtet. Diese ließen sich im 18. Jahrhundert ein stattliche Herrenhaus mit barocken Stilelementen errichten (1998 von einem privaten Investor saniert, heute Wohnhaus für sechs Familien). Der Gutshof, ursprünglich ein Vierseithof, erfuhr nach dem Abriss eines Gebäudeflügels noch weitere Umbauten (heute: Reihenhaus, Begegnungsstätte, Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr). Für Liebegast änderte sich häufig die Landes- und Gebietszugehörigkeit: Nach dem Wiener Kongress von 1815 (nach der Niederlage Kaiser Napoleons, dessen Verbündeter Sachsen war) fiel der vorher sächsische Ort Liebegast zusammen mit anderen Lausitzer Gebieten an Preußen. Ab 1945 gehörte er wieder zu Sachsen. Bei der Verwaltungsreform von 1952 wurde er dem brandenburgischen Bezirk Cottbus zugeordnet. Seit 1990 zählt er zum Freistaat Sachsen. Im Jahr 1994 wechselte der Ort von der Gemeinde Sollschwitz zur Gemeinde Oßling. ![]() ![]() Bild: Panorama-Ansicht des Ortes Lieske, von der Straße nach Weißig gesehen (im Bildausschnitt oben ist das Kraftwerk Boxberg bei Hoyerswerda zu erkennen) ![]() Der landschaftlich schön gelegene Ort Lieske erlangte durch den Missionshof Lieske, ein modern und zweckmäßig ausgestattetes diakonisches Heim für geistig behinderte Männer, überregionale Bekanntheit. Angeschlossen an die Einrichtung sind ein Wildgehege (u.a. Damwild, Hängebauchschweine), das neu errichtete Affengehege (Bild links), die gutseigene Bierbrauerei (Bild unten) und eine eigene Fleischerei mit Produkten aus eigener Tierhaltung. Diese Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Angebote, aber auch der alljährliche Weihnachtsmarkt und das alljährlich im Sommer stattfindende Heimatfest des Ortes locken viele Besucher aus nah und fern herbei. ![]() ![]() Bilder: Außenanlage und Brauerei-Verkaufsstelle des Missionshofes Lieske www.missionshof-lieske.de Die etwa 70 im Missionshof lebenden geistig Behinderten können unter fachlicher Anleitung und entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten im Forst, in modern eingerichteten Werkstätten wie der Holzverarbeitungswerkstatt, in der Gärtnerei, der Tierhaltung (z.B. Rinder, Schweine, Dammwild, Karpfenzucht) oder in den Bereichen Hauswirtschaft und Küche tätig werden. Die Fleischerei verkauft frische Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Produktion. In der im Jahr 1998 wiedereröffneten Brauerei wird das traditionsreiche "Bergschlösschen-Pilsner" hergestellt. Die baulichen Anlagen des Missionshofes gingen aus dem ehem. Rittergut des Ortes hervor. Dieses befand sich im 12. Jh. im Besitz der Hoyerswerdaer Grafen. Im 17. Jh. erwarb Graf von Hoym, der Ehemann der berühmten Gräfin Cosel, das Gut, dann erfuhr es viele Eigentümerwechsel. Im Jahr 1897 verkaufte Paul Georg Schönburg das Gut an den Verein für Arbeiterkolonien Sachsen. Im Jahr 1946 übernahm es das Landeskirchliche Amt für Innere Mission. Seit 1976 trägt es den Name Missionshof Lieske und ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen. Zwischen Lieske, Oßling und Scheckthal erstreckt sich ein wirtschaftlich bedeutendes Abbaugebiet für Lausitzer Grauwacke mit einem Schotterwerk. Zur Fotogalerie Lieske | Einweihung des Spielplatzes in Lieske ![]()
![]() Der Ort Milstrich ist in einer idyllischen Landschaft mit Wald, Feldern, Weideland und mehreren Teichen direkt am Fluss Schwarze Elster gelegen. Im Jahr 1348 fand der Ort seine urkundliche Ersterwähnung. Sein Name ist vom altsorbischen Milostryi abgeleitet. Die jüngere obersorbische Bezeichnung Jitro bedeutet "Morgen" (im Sinne der Morgenseite = Osten). Noch bis Anfang des 20. Jh. besaß Milstrich, anders als die umliegenden Orte, einen hohen Anteil sorbisch sprechender Einwohner. In der ehem. Gaststätte des Ortes soll der sorbischen Sage nach Krabat eingekehrt sein. Das Rittergut, das einen umfangreichen Feldbau betrieb, gehörte der Familie von Lüttitz. Heute werden die landwirtschaftlichen Flächen von der Agrargenossenschaft Elsteraue bewirtschaftet. Das Gutshaus dient seit 1998 - nach einer umfassenden Sanierung - als Wohnhaus für mehrere Familien. Die zahlreichen Nebengebäude des großen Gutshofes wurden bisher landwirtschaftlich genutzt, werden aber nun zum Teil in Wohngebäude umgestaltet. Von den früheren gewerblichen Einrichtungen des Ortes wie der Ziegelbrennerei, der Mehl- und Schneidemühle und der Schnapsbrennerei blieb nur die Mühle erhalten, deren Gebäude leider vor einigen Jahren abbrannte und seitdem als Ruine besteht. Seit dem Jahr 2002 ist wieder der Bildstock, einer der ältesten der Region, an seinem Standort neben der alten Mühle zu sehen. Kultur, Freizeit: Dorffeste, Jugendclub, Fernradweg "Krabatradweg", Ferienwohnung und Damwildgehege der Familie Aurich Milstrich ist der Geburtsort von Bernhard Schneider (sorbisch: Bjarnat Krawc; geb. 5. Februar 1861 in Milstrich, das Geburtshaus am Forstweg blieb erhalten, gest. 25. November 1948 in Varnsdorf/Tschechien an der Grenze zur Oberlausitz). Er war sorbischer Komponist, Chordirigent, Musikpädagoge und Herausgeber von Musikliteratur (1882 Examen am Bautzener Lehrerseminar, Tätigkeit als Lehrer, studierte ab 1883 am Königlich Sächsischen Konservatorium in Dresden bei Felix Draeseke Komposition, war Leiter verschiedener Dresdner Chöre, 1918 zum Königlich-Sächsischen Musikdirektor ernannt, 1922 gründete er den Verband sorbischer Gesangvereine, ab 1926 Redakteur der ersten sorbischen Musikzeitung, ab 1931 Mitglied der Tschechischen Akademie der Wissenschaft in Prag, ab 1937 verschiedenen Repressalien durch die Nationalsozialisten ausgesetzt, wurde später Ehrenbürger von Varnsdorf). Fotogalerie Milstrich | Einweihung Krawc-Gedenkstein Milstrich ![]() ![]() Der Ort Scheckthal ist am Rande des Naturschutzgebietes Dubringer Moor inmitten einer schönen Wald-, Wiesen- und Moorlandschaft gelegen und somit auch ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen, Fahrradtouren, Kutschfahrten und Ausritten von Erholungssuchenden und Naturfreunden. Mit einer Fläche von ca. 6 km² ist das Dubringer Moor das größte Moor der Lausitz und eine der bedeutendsten Moorlandschaften Sachsens. Es bildete sich nach der letzten Eiszeit in einer Tallage mit hohem Grundwasserstand, könnte also schon seit etwa 10.000 Jahren bestehen. Mehr als 3.400 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten wurden nachgewiesen. Hier sind unter anderem seltene Pflanzenarten wie z.B. heimische Orchideenarten (Knabenkrautarten) sowie zahlreiche Vogelarten (z.B. Eisvogel, Graugans, Kranich, Seeadler) zu finden. Bild: Blick über das Dubringer Moor Die heute noch bestehende "Scheckmühle" dürfte der Ausgangspunkt der Siedlung und für diese namensgebend gewesen sein. Die Bewohner lebten von der Teich- und Waldbewirtschaftung, dem Torfstich und der Landwirtschaft. Um 1865 entstand in Scheckthal eine der ersten mit Holz- und Torfkohle beheizten Gebrauchsglashütten Niederschlesiens, die auch eine Zunahme der Einwohnerzahl des Ortes mit sich brachte. Später erhielt sie sogar einen Bahnanschluss bis nach Hoyerswerda. Bis Ende der 1980er Jahre bildeten der Braunkohle- und Grauwackeabbau in der Region die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. Seit 1990 fielen die Arbeitsplätze in der Industrie jedoch weitgehend weg. Die Bevölkerung des Ortes ging auf weniger als 100 Einwohner zurück. Leider stellte auch die Lausitzer Grubenbahn ihren Betrieb ein. Als Attraktion bot sie Fahrten zwischen dem Heidemoor und dem Bergbaumuseum Knappenrode an. Kultur: Waldschänke, Dorfclub Scheckthal e.V., Maibaumstellen und "Hexenbrennen" am letzten Apriltag, Erntedankfest im Frühherbst, Kür des Scheckthaler Skatkönigs Einweihung des Spielplatzes Scheckthal (17. August 2009) ![]() Zwischen der Flussniederung der Schwarzen Elster und dem Hang des Skaskaer Berges erstreckt sich das erstmals 1383 erwähnte Dorf Skaska. Die von einem idyllischen Wald- und Teichgebiet geprägte hügelige Umgebung mit mehreren Aussichtspunkten eignet sich hervorragend zum Wandern und für Radtouren. Die Gaststätte "Jägerhaus Skaska" lädt zum Einkehren ein. Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke, reg. 1694-1733, ab 1697 auch als König August II. von Polen) nutzte den Ort bei seinen Fahrten zwischen Kursachsen und Polen als Rastplatz und zum Pferdewechsel. Das Gutshaus und der schöne Park wurden leider nach 1945 beseitigt. Heute prägen die große landwirtschaftliche Anlage der Agrar GmbH, schmucke Einfamilienhäuschen mit liebevoll gepflegten Gärten und neue Einfamilienhäuser sowie einige mehrstöckige Neubauten das Bild der dörflichen Siedlung. Aus der Geschichte des Braunkohlenbergbaus in Skaska [Beitrag von Hans Noack] (PDF-Datei) ![]() Der ruhig und idyllisch am Rande einer reizvollen Teichlandschaft, des Döbraer Teichgebietes, gelegene Ort Trado ist ein ehem. Runddorf (Rundling) mit um einen Dorfteich herum angelegten Bauerngehöften. Der Ort erscheint erstmals im Jahr 1374 in den Urkunden unter dem Namen "Matei Tradow" (wahrscheinlich von sorbisch tradacz = Mangel, Notleiden abgeleitet). Am einstigen Lauf des Flusses Schwarze Elster, etwa 700 m vom Dorf entfernt, steht die Krebsmühle (zum Wohnhaus umgebaut). In der Gegenrichtung, etwa 1 km südlich vom Ort, befindet sich die kleine Siedlung Neu-Trado (siehe Bild). Östlich des Ortes verlief von 1815 bis 1945 die Grenze zu Preußen.Kultur: Dorfclub, alljährliches Dorffest, Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr, Zampern zum Fasching, Maibaumstellen und Hexenfeuer am letzten Apriltag, Silvester- und Osterschießen ![]()
![]() Der zwischen Wäldern, Wiesen und Teichen - im Tal zwischen Doberberg und Windmühlenberg - gelegene Ort Weißig eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren, u.a. in das landschaftlich reizvolle Naturschutzgebiet Biehla-Weißig.Von den Höhen, z.B. am westlichen Ortsausgang in Richtung Straßgräbchen, bieten sich herrliche weite Aussichten über das Umland bis hin zum Westlausitzer Bergland bei Kamenz und zum Oberlausitzer Bergland bei Bautzen. Im Jahr 1374 wurde die einst slawische Siedlung erstmals urkundlich erwähnt. Ihr Name ist vom slawischen Wort Wysoka (Höhe) abgeleitet. Zur Gemarkung Weißig zählt auch die nördlich der Straße Lieske-Bernsdorf in einem ausgedehnten Waldgebiet gelegene kleine Siedlung Otterschütz. www.weissig-sachsen.de
Das hoch über dem Ort am Südwesthang des Windmühlenberges stehende, im Jahr 1908 gebaute Weißiger Schloss diente bis 1943 als Familiensitz der Adelsfamilie von Zehmen und dann noch eine kurze Zeit als Wehrertüchtigungslager, nach Kriegsende 1945 als Schule, Altersheim und bis 1993 als Kinderheim. Im Jahr 2005 erwarb es der Holländer Jan P. van Ede als Wohnsitz. Seitdem erfährt es eine umfassende Sanierung. www.schlossweissig.com ![]() Bild: Südseite (Parkseite) des Schlosses Weißig Zu der seit dem Jahr 2001 rekonstruierten Parkanlage des Schlosses, von der sich eine schöne Aussicht in das Umland bietet, gehört das ebenfalls seit 2001 sanierte Mausoleum (die zwischen 1842 und 1844 gebaute Grabstätte der Adelsfamilie von Zehmen). Ein Steinrelief zeigt Hans Heinrich von Luttitz, der Weißiger Rittergutsbesitzer von 1634 bis 1648 war. Unterhalb des Schlosses blieben Bauten des ehem. Rittergutes erhalten. Der Gutshof war einst Ausgangspunkt der Siedlung und Mittelpunkt des dörflichen Lebens. ![]() Gasthof "Zur Einkehr" Weißig Das im Weißiger Ortskern stehende, vor wenigen Jahren restaurierte Kriegerdenkmal erinnert an die Toten beider Weltkriege. Ebenfalls zu sehen ist ein vor wenigen Jahren entdeckter Riesenfindling, ein durch die Gletscher der Eiszeit weit transportierter und rundgeschliffener enormer Gesteinsbrocken. Kultur: Schloss- und Heimatfeste, Veranstaltungen des Heimatvereins Weißig e.V. (1996 gegründet), des Weißiger Karnevalsclubs e.V. (komplett mit Elferrat, Funkengarde, Vereinslied und Vereinsfahne) und des Feuerwehrvereins Weißig e.V., Maibaumstellen u.a.m. Die Weißiger Teiche (ca. 220 ha Wasserfläche und ca. 90 ha Umland) laden zum Naturerlebnis und besonders zur Vogelbeobachtung ein (Wasser- und Greifvögel, z.B. Seeadler, Fischadler, Störche, Reiher und Kraniche, viele Entenarten, Eisvogel). Die traditionsreiche Teichwirtschaft Bräuer veranstaltet alljährlich im Herbst ein weithin beliebtes Fischerfest mit Schaufischen. Der Einkehrende kann hier aber auch sonst von Mai bis Oktober leckere Fischgerichte probieren. Seit 1995 bietet ein kleiner Fischladen ganzjährig frischen Fisch an. Die Teichwirtschaft wird schon seit Jahrhunderten betrieben. Leider ging ein großer Teil der historischen Unterlagen gegen Kriegsende 1945 verloren, sodass über ihre frühe Entwicklung wenig bekannt ist. Gegen Mitte des 19. Jh. waren die Teichflächen des Rittergutes Weißig verpachtet. Von 1900 bis 1945 bewirtschafteten die Majoratsherren von Zehmen auf Schloss Weißig die Teiche. Von 1945 bis 1961 war die Teichwirtschaft Pachtbetrieb des Freistaates Sachsen und gehörte dann zum 1961 gegründeten Betrieb Binnenfischerei Dresden. Später kamen die Teichgebiete Biehla und Cunnersdorf-Hausdorf zur Weißiger Teichwirtschaft hinzu. Seit 1992 wird diese von der seit 1961 in Weißig lebenden Familie Bräuer mit Angestellten und zahlreichen Aushilfskräften bewirtschaftet. Die Teiche werden mittels Niederschlagswasser und aus einigen Waldquellen gespeist. Die mageren Böden des Gebietes (Kies, Schwemmsand, Sumpf und Moor) liefern ein sehr nährstoffarmes Wasser, sodass die Fischzucht auf Zufütterung angewiesen ist. Bis 1989 dominierten Karpfen, Hecht und Schleie die Fischzucht. Inzwischen leben bis zu 17 Fischarten in den Teichen, darunter auch Wels, Zander, Aal, Döbel, Rapfen, Giebel und Steinbeißer. ![]() Bild: Baselteich im Weißiger Teichgebiet Fotogalerie Weißig Fotogalerie Weißiger Teichgebiet nach oben | Startseite |